Im ersten Eintrag nach dem 2. Weltkrieg steht geschrieben: »Nachdem das Kriegsgeschrei verklungen war, und wir unsere Schritte in geordnete Bahnen lenken wollen, empfinden wir es als unsere Pflicht, auch im Vereinsleben mitzumachen und so dem Aufbau der deutschen Kultur zu dienen. So fanden wir uns denn auch am 13. Januar 1946 zusammen, um unserem “Gesangverein Edelweiß” neues Leben einzuhauchen«.
(Anmerkung: Bereits im November 1945 traf man sich zahlreich zur Wiederaufnahme des Chorgesangs in der Gaststätte Eisenbahn).

Der neu gewählte 1. Vorstand Franz Wienand, stellte nach einer Urkunde vom 31. Januar 1946 einen Antrag zur Aufnahme der Pflege des Chorgesanges an das Landratsamt Aschaffenburg zur Weiterleitung an die Militärregierung in Aschaffenburg. Diese Genehmigung wurde am 8. Februar 1946 erteilt. Nachdem der Maintal-Sängerbund noch nicht aktiv war, schloss sich der “Gesangverein Edelweiß” unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Heinrich Oppermann, zunächst dem Hessischen Sängerbund an.

Die Währungsreform im Juni 1948 ließ das Vereinsvermögen schwinden und so beschloss der inzwischen wieder formierte Verein sein 55-jähriges Bestehen im Juli des Jahres 1949, im Schwanensaale und in der Gartenwirtschaft abzuhalten.


Nach dem Weggang von Heinrich Oppermann im Februar 1951 gab es ein kurzes Intermezzo von Rektor Willi Schüppert als Chorleiter (08.03.1951 – 05.06.1951). Zusammen mit ihm legten auch der Vorstand Helmut Roth, sowie der Kassier Georg Roth am 05.06.1951 ihre Ämter nieder. Helmut Kraft übernahm in einer außerordentlichen Sitzung vom 06.06.1951 den Vorsitz. Aufgrund der Vermittlung von Alois Kullmann übernahm ein junger, aufstrebender Berufsdirigent, Herr Walter Scholz aus Steinheim/Main, bereits am 23.06.1951 die Leitung des stattlichen Männerchores.
In der Zeit der Ära Scholz, welche 27 Jahre währte, wurde der “Gesangverein Edelweiß” durch intensive Schulung an die schwierigsten Chorwerke herangeführt (Beispielweise: »Lob der Musik« von Siegfried Strohbach). Anerkannte Wertungsrichter zollten dem Chor, sowie dem Dirigenten immer wieder höchste Anerkennung und vergaben hervorragende Bewertungen. So gelangte der “Gesangverein Edelweiß” wiederholt zu Einladungen des Maintal-Sängerbundes bei besonderen Anlässen, wie Bundeschorkonzerten und Bundeschorfesten.
60 Jahre AGV Edelweiß
Als bedeutsames Ereignis in der Vereinsgeschichte muss das 60. Gründungsfest vom 6. – 8. Juni 1953 bezeichnet werden, wobei sich die Edelweißsänger eine neue Fahne anschafften. Die Vereinsleitung unter Vorsitz von Edmund Kraft hatte ein glänzendes Fahnenweihfest organisiert und durchgeführt, welches unter den Einwohnern Mainaschaffs großen Anklang fand. Den Festprolog vor dem Kriegerdenkmal hielt Anita Kullmann (verh. Roth).
(Anmerkung: Die alte Fahne wurde lediglich umgearbeitet, da dies wohl billiger war, als eine ganz neue Fahne anzuschaffen. Deshalb besitzt der Verein heute auch nur eine Fahne.)

Auszug aus dem Protokoll:
Vom 6. bis 8. Juni 1953 beging der „Edelweiß” sein 60. Stiftungsfest mit Neufahnenweihe, bei dem die vier damals noch lebenden Gründungsmitglieder Anton Glaab, Valentin Glaab, Nikolaus Roth und Theodor Merget aus der Hand des Geschäftsführers des Maintalsängerbundes Herrn Englert, die Ehrendiplome des MSB verliehen bekamen.
Wie sah es aber in der Festwoche wirklich aus? Vom Montag bis Mittwoch hatte es unaufhörlich geregnet. Nach Aufstellung des Festzeltes im Turngarten mussten zunächst Wassergräben gezogen werden, um das Wasser abzuleiten, Erst in den Abendstunden lockerte sich der grau verhangene Himmel etwas auf. Der Festplatz glich einem Ameisenhaufen. Pferde- und Kuhgespanne treuer Mitglieder holten trockenen Sand und Sägemehl in das Zelt, es wurde fieberhaft an der Trockenlegung gearbeitet, planiert, gerecht und geschippt. Selbst am Fronleichnamstage zeigten sich am Firmament noch trübe Wolken. Die Stimmung sank auf den Tiefstpunkt. Was aber niemand mehr für möglich gehalten hatte, trat am Freitag ein. Die heiß ersehnte goldene Sonne strahlte, es wurde warm und wärmer. Nach einem großartigen Festkommers am Samstag bewegte sich am Sonntag, 7. Juni ein Festzug durch die Ortsstraßen, der von zwei Musikkapellen und zwei Spielmannszügen begleitet war. 20 Gesang-Vereine aus der näheren Umgebung, sowie aus dem benachbarten Hessenland feierten das Fest der Feste:
„60 JAHRE Edelweiß!”
Selbst am Montag wurden bezüglich des Festbesuches alle Erwartungen übertroffen, war doch das Festzelt bis nachts ca. 1 Uhr voll besetzt. Kaum aber war das Festzelt am Dienstag abgebaut und der Festplatz geräumt, – fing es erneut an zu regnen – diesmal über eine Woche. Hier konnte man nicht mehr sagen: „Schwein gehabt”, nein – es war schon – nach Oscheffer Mundart – „Sauglück!”
»Es schwinden jeden Kummers Falten, solang des Liedes Zauber walten«
Weiterlesen → Chronik 1954-1993

13 Jahre lang, von 1952 – 1964, wurde durch großartige Narrensitzungen der Oscheffer Karneval geprägt. In diesen 13 Jahren erwarb sich Helmut Roth große Verdienste als Sitzungspräsident. → Do(r)fnachrichten.
An den vom Sängerkreis Aschaffenburg ausgeschriebenen Wertungssingen nahm der Verein regelmäßig teil. Durch die Leistungen wurde man natürlich auf diesen Chor aufmerksam und lud ihn zu ausgewählten Veranstaltungen ein → Wertungssingen (Passwort erforderlich).

Das 70. Gründungsjahr konnte 1963 mit einem Chorkonzert im Schwanensaal, einem Chorkonzert anläßlich des 27. Bundes-Chorfestes des Maintal-Sängerbundes im Joh.-Seb.-Bach-Saal Aschaffenburg (→ Siehe Bild oben) und dem 70. Stiftungsfest vom 6. – 8. Juli 1963 ausgiebig gefeiert werden.
Am 18.09.1966 veranstaltete der Chor in der Pfarrkirche St.Margaretha in Mainaschaff ein Benefizkonzert zu Gunsten der Kirchenrenovierung. Der Erlös von DM 2.188,50 war das beste Dankeschön der Besucher an den Chorleiter Walter Scholz und die Sänger. Wegen des großen Erfolges wurde dieses Konzert auf Wunsch des Herrn Pfarrer Scherf in der St. Kilians-Kirche in Nilkheim wiederholt.
Am 11.03.1967 nahm der Verein als einer von acht Auswahlchören am Bundes-Chorkonzert des Maintal-Sängerbundes im Stadttheater Aschaffenburg teil.
75 Jahre AGV Edelweiß (1968)
Einen Meilenstein in der Vereinsgeschichte stellte das 75. Stiftungsfest dar, das in der Zeit vom 19. bis 22.07.1968 durchgeführt wurde. Unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit wurde das Fest durch den 1. Vorsitzenden Edwin Ott eröffnet. Am Montag, den 22.07.1968 fand das Fest seinen Ausklang und alle Verantwortlichen und Helfer konnten mit dem Erfolg restlos zufrieden sein. Den Abschluß des Festjahres zum 75-jährigen Bestehen stellte ein Jubiläumskonzert zu Gunsten der Mehrzweckhalle dar, das am 12.10.1968 im Schwanensaal durchgeführt wurde. Sängerisch war dies ein sehr großer Erfolg, sagte doch der Geschäftsführer des Maintal-Sängerbundes, Herr Englert: „Der Edelweiß-Chor ist im Vergleich mit dem Fußball bundesligareif“.

V.l.n.r. Reihe 1: Josef Morhard, Josef Hauck, Michael Klein, Georg Roth I, Bruno Hauck, Erwin Lang, Walter Scholz (Chorleiter), Edwin Ott, Alois Kullmann, Konrad Schuler, Sebastian Engler, Horst Fecher
Reihe 2: Josef Roth, Georg Koch, Ludwig Hock, Heinrich Merget, Heinrich Lang, Alois König, Edmund Depp, Friedbert Gesell, Leo Emge, Sebastian Merget, Edmund Kraft, Hubert Mandella
Reihe 3: Walter Schwarz, Willi Zimmermann, Heinz Fleckenstein, Alfred Glaab, Herbert Roth, Helmut Roth, Arno Kolb, Hans Wursche, Erwin Depp, Adam Engler, Willi Kern, Heinz Duttine, Dietmar Schuler, Alfred Ott, Reinhold Ott
Reihe 4: Walter Besold, Erwin Lang, Helmut Deibert, Hermann Rumpel, Hilbert Roth, Heinz Gerst, Karl-Heinz Engler, Ewald Fecher, Josef Benesch, Hilmar Morhard, Martin Schlett, Georg Roth III
Ein ebenso großer Erfolg war die musikalische Gestaltung der „Akademischen Feier“ am 08.06.1969 aus Anlaß des 28. Bundes-Chorkonzertes des Maintal-Sängerbundes im Schloß zu Kleinheubach. Bei diesem Festakt erfolgte die Verleihung der „Zelter-Plakette“ an 16 bayerische Gesangvereine. Dieser Auftritt stellte für den Chor eine große Ehre dar und war für die Sänger ein unvergeßliches Erlebnis.
Am 21.03.1970 wurde die Teilnahme des Chores am Bundes-Chorkonzert des Maintal-Sängerbundes in der Frankenhalle in Erlenbach zu einem großen Erfolg. Zusätzlich fand am 12.09.1970 in der Maintalhalle Mainaschaff ein Liederabend statt.

Nachdem die Sänger ihre Vereins-Gaststätte „Zum Schwanen“ nach der Sommerpause 1970 verschlossen fanden, musste gehandelt werden. Der Umzug in die Alte Schule begann! → Eindrücke des Ehrenvorstandes von 1997!
80 Jahre Edelweiß
Am 20.10.1973 feierte der Verein seinen 80. Geburtstag mit einem Jubiläumsabend in der Maintalhalle.

V.l.n.r. Reihe 1: Sebastian Merget, Josef Roth, Edmund Depp, Sebastian Engler, Erwin Lang, Walter Scholz (Chorleiter), Herbert Roth (Vorstand), Konrad Schuler, Josef Hauck, Michael Klein, Alois Kullmann, Heinrich Lang
Reihe 2: Friedbert Gesell, Georg Koch, Helmut Deibert, Alfred Glaab, Ludwig Hock, Heinrich Merget, Alois König, Karl Ullrich, Adam Engler, Herrmann Rumpel, Edmund Kraft, Edwin Ott, Alfred Ott, Josef Benesch
Reihe 3: Walter Schwarz, Arno Kolb, Heinz Fleckenstein, Willi Zimmermann, Willi Rock, Erhard Oetheimer, Bernhard Hildebrandt, Dietmar Schuler, Helmut Roth, Sebastian Rücker, Georg Roth, Reinhold Ott, Burkhard Rücker
Reihe 4: Horst Cohrs, Hilmar Morhard, Wolfgang Merget, Helmut Jordan, Rudolf Glaab, Hilbert Roth, Wolfgang Walter, Ewald Fecher, Walter Maier, Martin Schlett, Heinz Gerst, Heinz Duttine, Giuseppe Spurio

Am 19.02.1978 wurde wiederum in der Pfarrkirche St.Margaretha in Mainaschaff ein Kirchenkonzert veranstaltet, dessen Erlös von DM 1.895,00 zu Gunsten der Orgelrenovierung zur Verfügung gestellt wurde. Auch dieses Konzert war ein Höhepunkt für den Chor mit seinem Leiter, Walter Scholz.
Aber nicht nur sängerische Veranstaltungen zeichnen einen Gesangverein aus, sondern auch gesellschaftliche Zusammenkünfte und Aktivitäten. Hierbei sind besonders Muttertags- und Weihnachtsfeiern, sowie Vereinsausflüge zu nennen.
Durch einen Chorleiterwechsel von Walter Scholz zu Karl-Heinz Schott trat zum Jahreswechsel 1978/1979 sängerisch ein Wechsel ein. Nach kleinen Anfangsschwierigkeiten fand der Chor bald wieder zu seiner gewohnten Souveränität zurück. Karl-Heinz Schott war als junger und dynamischer Mensch von einem gesunden Ehrgeiz besessen und konnte damit den Chor zu sehr guten Leistungen führen.

(Who is who wird demnächst mit Nummern verdeutlicht!)
V.l.n.r. Reihe 1: Siegfried Neubauer, Burkhard Rücker, Edmund Depp, Karl-Heinz Schott (Chorleiter), Konrad Schuler, Herbert Roth, Helmut Roth, Ludwig Hauck, Heinrich Lang, Adam Engler, Hilbert Roth
Reihe 2: Heinrich Merget, Sebastian Engler, Arno Kolb, Alfred Glaab, Heinz Wolf, Heinz Fleckenstein, Martin Schlett, Josef Roth, Alfred Becker, Hans-Joachim Zang, Edmund Kraft, Hilmar Morhard, Hubert Glaab
Reihe 3: Ludwig Hock, Leo Emge, Friedbert Gesell, Jürgen Neubauer, Helmut Kraft, Karl Ullrich, Hans Wursche, Dietmar Schuler, Georg Roth, Manfred Roth, Ewald Fecher
Reihe 4: Alois König, Helmut Deibert, Jochen Kolb, Robert Halbleib, Josef Vater, Adolf König, Werner Hampel, Rudolf Glaab, Alfred Ott, Michael Neubauer, Gerd Kittel, Willi Zimmermann, Walter Kaup, Josef Benesch
Reihe 5: Heinz Gerst, Wolfgang Merget, Wilhelm Rock, Reinhold Oster, Walter Lutz, Karl-Heinz Rücker, Sebastian Rücker, Wolfgang König, Thomas Schade, Bertram Wienand, Werner Hampel, Berthold Herzog, Michael Anft, Reinhard Bauer, Stefan Kabey