Die Addams-Family

Das Broadway-Musical

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Die Entstehung des Musicals

Die Wurzeln der Addams Family reichen bis in die 1930er-Jahre zurück. Der amerikanische Cartoonist Charles Addams schuf für das Magazin The New Yorker eine Reihe skurrilerZeichnungen, in denen eine ungewöhnliche Familie mit einer Vorliebe für das Makabre ihren ersten Auftritt hatte. Mit schwarzem Humor und einem liebevollen Blick auf das Anderssein wurden die Figuren schnell zu Kultcharakteren.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Addams Family zu einem weltweiten Phänomen. Fernsehserien, Kinofilme und Zeichentrickproduktionen machten Gomez, Morticia, Wednesday, Pugsley, Onkel Fester, Lurch und Cousin Itt weit über die Comicseiten hinaus bekannt.

2010 feierte schließlich das Musical The Addams Family seine Premiere am Broadway in New York. Die Musik stammt von Andrew Lippa, das Buch von Marshall Brickman und Rick Elice. Anstatt eine bekannte Filmhandlung zu übernehmen, erzählt das Musical eine völlig neue Geschichte, die den typischen Humor der Addams Family mit viel Herz, mitreißender Musik und einer turbulenten Familienkomödie verbindet.

Im Mittelpunkt steht nicht das Gruseln, sondern die Erkenntnis, dass jede Familie ihre Eigenheiten besitzt – und dass Liebe, Vertrauen und Zusammenhalt oft dort zu finden sind, wo man sie am wenigsten erwartet.

📖 1938 – Erste Cartoons von Charles Addams erscheinen im The New Yorker.

📺 1964 – Die erste Fernsehserie macht die Addams Family weltweit bekannt.

🎬 1991 – Mit den erfolgreichen Kinofilmen erlebt die Familie eine neue Popularität.

🎭 2010 – Premiere des Broadway-Musicals The Addams Family in New York.

🎼 2019 – Der Gesangverein Edelweiß Mainaschaff bringt das Musical auf die Bühne.

📝 Kurzinhalt

Amerikas skurrilste Familie ist zurück!

Die Addams führen in ihrer düsteren Villa ein Leben voller schwarzem Humor, schräger Traditionen und einer ganz eigenen Vorstellung von Normalität. Doch ausgerechnet Wednesday Addams sorgt für das größte Chaos der Familiengeschichte: Sie hat sich verliebt – und zwar in Lucas Beineke, einen charmanten jungen Mann aus einer völlig normalen Familie.

Bevor Wednesday ihre Liebe öffentlich macht, nimmt sie ihrem Vater Gomez ein folgenschweres Versprechen ab: Er darf ihrer Mutter Morticia nichts verraten. Für Gomez beginnt damit eine Zerreißprobe, denn ein Geheimnis vor seiner geliebten Ehefrau zu bewahren, widerspricht allem, woran er glaubt.

Als schließlich beide Familien bei einem gemeinsamen Abendessen aufeinandertreffen, gerät der geplante „ganz normale Abend“ völlig außer Kontrolle. Missverständnisse, überraschende Geständnisse und jede Menge skurriler Situationen sorgen für eine urkomische und zugleich berührende Geschichte über Liebe, Vertrauen und den ganz normalen Wahnsinn des Familienlebens.

👥 Besetzung

Gomez Addams

gespielt von

Bernd Roth

„Gomez Addams zu spielen war für mich eine wunderbare Mischung aus Eleganz, Leidenschaft und einer gehörigen Portion Wahnsinn.“

🎭 Fun Fact
Seine Zigarre war auf der Bühne genauso unverzichtbar wie sein Degen.

„Gomez ist ein Gentleman. – Nur eben ein Addams.“

🎭 Lieblingsszene:
Alphonso der Gewaltige und… der Sitz für den Schwiegervater.

Morticia Addams

gespielt von

Jessica Kiaubs

„Morticia vereint Eleganz, Stärke und trockenen Humor. Gerade diese Mischung macht sie für mich zu einer faszinierenden Bühnenfigur.“

🥀 Fun Fact
Lieblingsrequisite: Schwarze Rosen – je düsterer, desto schöner.

„Ich hätte nie gedacht, dass man in einem schwarzen Kleid so viel Lebensfreude ausstrahlen kann.“

🖤 Lieblingsszene
„Ein ganz normaler Familienabend“ – weil hier Morticias feines Gespür und ihr trockener Humor besonders zur Geltung kommen.

Fester Addams

gespielt von

Manfred Roth

„Fester ist herrlich verrückt und hat das Herz am rechten Fleck. Ihn zu spielen macht einfach jeden Abend aufs Neue Spaß.“

Fun Fact
Sein Traum bekommt Flügel – manchmal sogar im wahrsten Sinne des Wortes.

💡 Lieblingsszene:
„Der Mond – La Luna – und große Gefühle“ – weil Fester hier zeigt, dass selbst der verrückteste Addams ein romantisches Herz besitzt.

Wednesday Addams

Sabrina Galambosch

„Wednesday wirkt nach außen kühl und unnahbar. Gerade ihre leisen, gefühlvollen Momente machen die Rolle für mich besonders spannend.“


🏹 Fun Fact
Wednesday sagt meist wenig – doch wenn sie spricht, sitzt jeder Satz.

🖤 Lieblingsszene:
„Das Familiengeheimnis“ – wenn Wednesday ihren Vater um ein Versprechen bittet und damit das Chaos erst ins Rollen bringt.

Pugsley Addams

Elena Uhl

„Pugsley steckt voller Energie und Unsinn. Hinter seiner frechen Art verbirgt sich aber ein Junge, der seine Schwester über alles liebt.“

💣 Fun Fact
Gefährliche Experimente gehören für ihn zum ganz normalen Familienalltag.

🧨 Lieblingsszene:
„Chaos ist Familiensache“ – denn Pugsley sorgt immer wieder für herrlich verrückte Momente.

Grandma

Madeleine Jung

„Grandma ist herrlich schräg, unberechenbar und hat für jede Situation das passende Zaubermittelchen parat.“

🕸️ Fun Fact
Niemand weiß so genau, wie alt Grandma wirklich ist – und sie selbst verrät es ganz bestimmt nicht.

🧪 Lieblingsszene:
„Wenn Grandma ihre geheimnisvollen Mixturen auspackt“ – denn dann ist mit allem zu rechnen.

Lucas Beineke

Denis Weidner

„Lucas ist der ganz normale Junge in einer völlig ungewöhnlichen Welt. Gerade dieser Gegensatz macht die Rolle so sympathisch.“


😊 Fun Fact
Lucas beweist, dass Mut manchmal einfach bedeutet, bei einem Abendessen mit der Familie Addams ruhig sitzen zu bleiben.

❤️ Lieblingsszene:
„Das erste Treffen der beiden Familien“ – weil aus einer harmlosen Einladung ein herrlich chaotischer Abend wird.

Alice Beineke

Alexandra Welz

„Alice versucht stets, alles richtig zu machen. Umso schöner ist es zu zeigen, was passiert, wenn sie einmal alle Hemmungen fallen lässt.“

🎭 Fun Fact
Hinter ihrer höflichen Fassade steckt deutlich mehr Temperament, als man zunächst vermutet.

🌹 Lieblingsszene:
„Der Abend nimmt seinen Lauf“ – denn hier überrascht Alice alle mit einer ganz neuen Seite.

Malcolm Beineke

Marcus Rumel

„Mal möchte für seine Familie nur das Beste. Dass dabei nicht immer alles nach Plan läuft, macht die Rolle besonders unterhaltsam.“

📚 Fun Fact
Mal glaubt an Ordnung und Vernunft – bis er die Familie Addams kennenlernt.

🤝 Lieblingsszene:
„Das gemeinsame Abendessen“ – weil dort zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinandertreffen.

Lurch

Aaron Höfler

„Lurch sagt mit wenigen Worten mehr als andere in langen Monologen. Gerade diese ruhige Präsenz macht den Reiz der Rolle aus.“

🎭 Fun Fact
Sein berühmtes „Uuuuhhh…“ braucht oft mehr Ausdruck als hundert gesprochene Worte.

🎹 Lieblingsszene
„Immer dann, wenn Lurch mit seinem trockenen Humor genau den richtigen Moment erwischt.“

Cousin Itt

Lisa Mößle

Cousin Itt (Lisa Mößle)

„Die größte schauspielerische Herausforderung bestand darin, trotz der vielen Haare überhaupt noch den Weg auf die Bühne zu finden.“

😂 Fun Fact
Zwischen Bühnen- und Privatleben waren diesmal keine Unterschiede zu erkennen. 😄

🧶 Lieblingsszene
„Jeder Auftritt von Cousin Itt – denn schon seine bloße Erscheinung sorgt für beste Laune.“

🎬1. AKT

Wir sind die Addams

Die Mitglieder der Addams Family versammeln sich auf dem Familienfriedhof, um ihre alljährliche Zusammenkunft mit den Ahnen zu feiern. Für Gomez, Morticia, Wednesday, Pugsley, Onkel Fester, Grandma, Lurch und die übrigen Familienmitglieder ist dies eine liebgewonnene Tradition – schließlich gehören die Verstorbenen ebenso selbstverständlich zur Familie wie die Lebenden.

„Einmal im Jahr versammeln wir uns, um den ewigen Kreis von Leben und Tod zu ehren. Kommt her, Mitglieder unseres Clans – tot oder lebendig!“
Komm zu mir, mein prachtvolles Weib – so sage uns, was jeder Addams sich ersehnt!“ – „Dunkelheit und Gram und unaussprechliches Leid.

Mit viel schwarzem Humor, skurrilen Figuren und einer gehörigen Portion Selbstironie beginnt eine Geschichte über Liebe, Vertrauen und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen – ganz gleich, wie ungewöhnlich die eigene Familie auch sein mag.

Doch in diesem Jahr liegt etwas in der Luft. Wednesday wirkt ungewohnt nachdenklich und verbirgt ein Geheimnis, das das Leben der Addams grundlegend verändern könnte. Während Onkel Fester als Erzähler durch die Geschichte führt und die Ahnen zum Leben erweckt, ahnt noch niemand, dass ein ganz normaler Familienabend schon bald in einem heillosen Durcheinander enden wird.

🎭 Hinter den Kulissen
Die Eröffnungsnummer gehörte zu den aufwendigsten Szenen der gesamten Produktion. Chor, Solisten, Ahnen, Licht- und Nebeleffekte mussten dabei exakt aufeinander abgestimmt werden.

Szene 2: Ein Geheimnis

Im Boudoir der Addams beginnt der Abend mit einem ganz normalen Familienmoment – zumindest nach den Maßstäben der Addams. Gomez liefert sich mit Lurch ein höchst eigenwilliges Fechtduell, bei dem der Hausherr trotz großer Worte deutlich mehr einstecken muss, als ihm lieb ist. Erst als Morticia mit einem Strauß gelber Blumen erscheint, findet der Kampf ein Ende.

Die Blumen stammen von den Beinekes. Morticia hat damit die Nachricht erhalten, dass Lucas, Wednesdays Freund, gemeinsam mit seinen Eltern zum Dinner kommen wird. Gomez ist zunächst überrascht – schließlich handelt es sich bei Lucas nicht nur um einen Freund, sondern um einen Jungen.

Noch bevor Morticia sich weiter mit dem Thema beschäftigen kann, taucht Wednesday mit ihrer Armbrust und einer erlegten Gans auf (In unserem Falle ist es ein Einhorn aus Plüsch). Für die Addams ist damit die perfekte Grundlage für das bevorstehende Dinner geschaffen.

Doch Wednesday hat noch etwas viel Wichtigeres mit ihrem Vater zu besprechen. Sie vertraut Gomez an, dass Lucas sie heiraten möchte. Wednesday ist sich ihrer Gefühle sicher, möchte aber zunächst herausfinden, ob ihre beiden Familien miteinander klarkommen. Vor allem möchte sie vermeiden, dass Morticia mit ihren Fragen alles komplizierter macht.

Gomez verspricht seiner Tochter deshalb, ihr Geheimnis vorerst für sich zu behalten. Für ihn ist das allerdings eine gewaltige Herausforderung: Noch nie hat er seiner Frau etwas verheimlicht.

Während Wednesday sich auf das bevorstehende Dinner freut, wird Morticia zunehmend misstrauisch. Sie bemerkt, dass mit ihrer Tochter etwas nicht stimmt, und kommt schließlich selbst auf den Gedanken, dass ein Junge dahinterstecken könnte. Gomez versucht verzweifelt, seine Ahnungslosigkeit zu spielen – doch Morticia kennt ihren Mann zu gut.

So endet die Szene mit einem Gomez, der zwischen seiner Frau und seiner Tochter regelrecht feststeckt. Das gemeinsame Dinner, das eigentlich ein fröhliches Kennenlernen werden soll, entwickelt sich damit schon vor dem ersten Gast zu einer gefährlichen Mission.

🎭 Hinter den Kulissen
Schon der Beginn dieser Szene zeigt sehr schön, was die Addams von einer gewöhnlichen Familie unterscheidet: Während andere Familien vielleicht gemeinsam frühstücken, beginnt bei den Addams ein Familienabend mit einem Fechtduell zwischen Gomez und Lurch.
Gleichzeitig ist die Szene für die Entwicklung der Handlung entscheidend. Wednesday weiht ihren Vater in ihre Verlobung ein und macht ihn damit zum Mitwisser. Gomez, der Morticia sonst alles erzählt, muss zum ersten Mal ein Geheimnis vor seiner Frau bewahren.
Damit wird aus einem scheinbar harmlosen Dinnerbesuch bereits vor der Ankunft der Beinekes eine kleine familiäre Geheimoperation.

Szene 3: Neue Wege

Im Spielzimmer der Addams geht es zunächst um eine sehr vertraute Beschäftigung: Pugsley hängt an einer vertikalen Streckbank und Wednesday sorgt höchstpersönlich dafür, dass die Behandlung auch ordentlich Wirkung zeigt. Doch diesmal hat Pugsley einen ganz anderen Grund, sich auf die Folterbank zu legen. Er will wissen, ob seine Schwester nach ihrer Hochzeit überhaupt noch Zeit für ihn haben wird.

Wednesday dagegen schwebt auf völlig neuen Wegen. Seit sie Lucas kennengelernt hat, erlebt sie die Welt plötzlich mit anderen Augen. Dinge, die sie früher niemals interessiert hätten, erscheinen ihr auf einmal wunderschön. Selbst kleine Vögel können ihre Aufmerksamkeit gewinnen – mit für Wednesday allerdings etwas gewöhnungsbedürftigen Folgen.

In „Neue Wege“ zeigt sich die verliebte Wednesday von einer Seite, die selbst ihre Familie kaum wiedererkennt. Zwischen romantischen Vorstellungen und ihrem unverwechselbaren schwarzen Humor wird klar: Lucas hat tatsächlich etwas in ihr verändert.

Doch Gomez und Morticia haben die Verwandlung ihrer Tochter heimlich beobachtet. Morticia ist überzeugt, dass dieser Junge dahintersteckt – und für sie steht sofort fest: So kann das Dinner nicht stattfinden. Sie will die Begegnung mit den Beinekes absagen.

Gomez versucht dagegenzuhalten. Er weiß, dass Wednesday dieses Dinner unbedingt will, und gerät damit erneut zwischen die Fronten. Während Morticia immer entschlossener wird, versucht Gomez, seine Tochter zu unterstützen, ohne sein Versprechen zu brechen.

Schließlich kommt es zur Familienkonferenz. Wednesday hat den Abend bereits bis ins kleinste Detail geplant: Begrüßungsdrinks, Hausbesichtigung, Dinner – und anschließend die Rückkehr der Gäste ins Hotel. Die Familie soll dabei möglichst einen normalen Eindruck hinterlassen.

Morticia gibt schließlich nach, allerdings unter einer Bedingung: Nach dem Dinner wird gespielt. Für Wednesday ist das eine denkbar schlechte Nachricht. Sie möchte schließlich nur eines: einen einzigen Abend, an dem sich die Addams wie eine ganz normale Familie benehmen.

Das führt direkt in „Eine normale Nacht“ – und damit zu dem Versuch, für die Beinekes eine Version der Addams zu präsentieren, die mit der Realität nur sehr wenig zu tun hat.

🎭 Hinter den Kulissen
Diese Szene ist ein schönes Beispiel dafür, wie die Addams ihre ganz eigene Vorstellung von Familienleben pflegen. Für Pugsley gehört eine Streckbank zum Alltag, für Wednesday wird ein kleiner Vogel zum romantischen Erlebnis – und für Morticia ist genau das der Beweis, dass mit ihrer Tochter etwas ganz und gar nicht stimmt.
Besonders reizvoll ist der Wechsel zwischen Wednesdays romantischer Gefühlswelt und dem rabenschwarzen Humor der Szene. Während Wednesday tatsächlich beginnt, die Welt mit anderen Augen zu sehen, bleibt sie eben doch unverkennbar Wednesday Addams.
Und am Ende steht die große Herausforderung des Abends: Die Addams sollen eine einzige Nacht lang „normal“ sein. Was dabei herauskommt, lässt sich schon an der Familienkonferenz erahnen.

Szene 4: Nur eine normale Nacht

Im Central Park sind die Beinekes inzwischen angekommen. Für Lucas ist dieser Ort allerdings weit mehr als nur ein Park: Hier hat er Wednesday zum ersten Mal gesehen – mit einer Armbrust und einer ganz besonderen Art, eine Taube zu erlegen. Für seine Eltern ist diese Erinnerung dagegen eher ein weiterer Grund zur Sorge.

Mal hat genug. Er möchte zurück ins Hotel und mit seinem Sohn ein ernstes Gespräch führen. Lucas kann das Dinner jedoch nicht einfach platzen lassen. Er bittet seine Eltern eindringlich, ihm wenigstens diesen einen Abend zu lassen: Sie sollen freundlich sein, sich benehmen und vor allem versuchen, Wednesday und ihre Familie nicht sofort zu beurteilen.

Während die Beinekes schließlich weiterziehen, bleiben Fester und die Ahnen zurück. Die Ahnen sind überzeugt, dass Wednesday und Lucas nicht zusammenpassen. Fester sieht das völlig anders. Für ihn ist die Liebe der beiden eine Chance – und er bringt die Ahnen dazu, ihre Haltung zu ändern.

Gemeinsam beschließen sie, den jungen Verliebten zu helfen. Die Ahnen weisen den Beinekes den Weg durch den Park in Richtung Addams-Anwesen und werden damit zu ungewöhnlichen Verbündeten von Wednesday und Lucas.

Dann verwandelt sich die Szenerie: Mit Blitz und Donner verschwindet der Central Park, das Addams-Anwesen wird sichtbar und die Handlung führt direkt zurück zu Wednesday und ihrer Familie. Die beiden Familien sind nun nur noch einen Augenblick voneinander entfernt.

Für Wednesday bedeutet dieser Abend genau das, was sie sich gewünscht hat: eine einzige Nacht, in der ihre beiden Welten zusammenkommen.

Die Szene endet mit der großen musikalischen Überleitung zu „Eine normale Nacht“, während die Beinekes auf das Haus der Addams zugehen. Im exakt richtigen Moment ist die Verwandlung der Bühne abgeschlossen – und die Türklingel kündigt ihre Ankunft an.

🎭 Hinter den Kulissen
Diese Szene ist für die Bühnenwirkung besonders interessant, weil sie nicht einfach nur den Schauplatz wechselt. Der Central Park entsteht mitten auf der Bühne aus den von den Ahnen aufgestellten Bäumen. Anschließend verschwindet diese Szenerie wieder und das Addams-Anwesen wird enthüllt. Die Ahnen unterstützen dabei gleichzeitig die Handlung und den Szenenumbau.

Szene 5: Willkommen bei den Addams

Endlich ist es so weit: Die Familie Beineke erreicht das geheimnisvolle Anwesen der Addams. Schon der Empfang durch Lurch macht deutlich, dass dieser Besuch alles andere als gewöhnlich werden wird. Eine unheimliche Eingangshalle, eine überraschende Begegnung mit einer Ratte und ein Butler, der sich nur mit geheimnisvollen Lauten verständigt, sorgen bei Alice und Mal schnell für erste Irritationen.

Lucas dagegen versucht verzweifelt, seine Eltern zu beruhigen. Schließlich sollen sie heute die Familie kennenlernen, in die er vielleicht schon bald einheiraten wird. Doch bevor sich die Beinekes von der ungewohnten Umgebung erholen können, erscheint Gomez – und macht mit seiner ganz eigenen Art der Familienvorstellung sofort klar, dass Normalität hier eine sehr persönliche Auslegung erfährt.

Nach und nach lernen die Gäste die Mitglieder der Addams-Familie kennen. Morticia begrüßt die Beinekes und bemüht sich, ebenso charmant wie souverän zu wirken. Wednesday hat sich für den Abend sogar in ein helles, für Addams-Verhältnisse höchst ungewöhnliches Kleid geworfen – ein weiterer Versuch, den Erwartungen der Gäste gerecht zu werden.

Auch Pugsley, Großmutter und Fester präsentieren sich den erstaunten Besuchern von ihrer besten Seite. Ob diese Version von „normal“ allerdings wirklich dazu geeignet ist, die Beinekes zu beruhigen, darf bezweifelt werden.

Nach der ersten Begrüßung werden die Familien für einen Moment getrennt. Während Morticia Alice durch das Haus führt und Gomez Mal in die Katakomben einlädt, kündigt sich bereits der nächste Programmpunkt des Abends an: Nach dem Dinner soll ein besonderes Spiel stattfinden.

Und damit beginnt für beide Familien ein Abend, an dem schon bald niemand mehr genau weiß, was eigentlich noch als normal gelten darf.

🎭 Hinter den Kulissen
Diese Szene ist der eigentliche erste große Zusammenprall der beiden Familienwelten. Die Beinekes versuchen, höflich und offen zu bleiben, während die Addams mit größter Selbstverständlichkeit ihre ganz eigene Vorstellung von Gastfreundschaft präsentieren.
Besonders schön ist dabei der Versuch der Addams, für diesen besonderen Abend „normal“ zu wirken. Wednesday trägt sogar ein gelbes Kleid – was Morticia allerdings deutlich schwerer fällt zu akzeptieren als ihren Gästen die gesamte übrige bizarre Familienatmosphäre.
Damit ist der Boden für das bevorstehende Dinner bereitet: Die beiden Familien sitzen noch nicht gemeinsam am Tisch, aber jeder hat bereits einen ersten Eindruck davon bekommen, worauf er sich eingelassen hat.

Szene 6: Ein Plan muss her

Nach dem großen Aufeinandertreffen der beiden Familien wird es für Wednesday und Lucas ernst. Beide wissen, dass ihre Eltern irgendwann erfahren müssen, dass sie heiraten wollen. Doch während Lucas lieber mit offenen Karten spielen würde, hat Wednesday bereits einen entscheidenden Schritt getan: Sie hat ihren Vater eingeweiht – und Gomez hat erstaunlich gelassen reagiert.

Nun soll auch Morticia von der Verlobung erfahren. Allerdings möchte Wednesday zunächst ihren Segen gewinnen. Denn sie kennt ihre Mutter gut genug, um zu wissen, dass diese die Beziehung zu Lucas ganz genau unter die Lupe nehmen wird.

Also heißt es: improvisieren. Wednesday und Lucas wollen ihre Eltern möglichst lange im Unklaren lassen und hoffen, dass ihr Plan funktioniert. Für Lucas ist das alles andere als beruhigend – schließlich weiß er inzwischen, dass ein Abendessen bei den Addams niemals einfach nur ein Abendessen ist.

Während die beiden jungen Verliebten ihren ganz eigenen Plan schmieden, beobachten Fester und die Ahnen das Geschehen. Ihre Zuversicht wächst: Die Liebe der beiden scheint stärker zu sein als alle Hindernisse.

🎭 Hinter den Kulissen
Wednesday und Lucas sind hier erstmals deutlich als Paar zu erleben. Besonders reizvoll ist der Gegensatz zwischen den beiden: Wednesday geht die bevorstehende Begegnung mit ihrer Mutter erstaunlich selbstbewusst an, während Lucas zunehmend ahnt, dass er sich auf eine ziemlich außergewöhnliche Familienfeier eingelassen hat.

Die Szene ist zugleich ein wichtiger Übergang: Die großen Geheimnisse sind noch nicht ausgesprochen – aber das bevorstehende Abendessen rückt unaufhaltsam näher.

Szene 7: Zwei Väter unter sich

Während Wednesday und Lucas versuchen, ihren eigenen Plan für den Abend auf die Beine zu stellen, treffen sich in der Grotte zwei Männer, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Gomez Addams und Mal Beineke.

Bei einer Zigarre kommen die beiden Väter ins Gespräch. Gomez interessiert sich auffällig für Lucas und seine Zukunft, während Mal ganz andere Vorstellungen davon hat, was aus seinem Sohn einmal werden soll. Für ihn steht fest: Lucas soll nach der Schule ins Leben starten, Geschäftssinn entwickeln und ein „richtiger Mann“ werden.

Gomez dagegen betrachtet das Leben mit völlig anderen Augen. Zwischen Folterwerkzeugen, Familiengeschichte und einem gehörigen Schuss schwarzem Humor versucht er herauszufinden, was Mal wirklich über die Beziehung seiner Kinder denkt. Dabei stellt sich schnell heraus: Die beiden Väter verbindet weniger, als Gomez zunächst gehofft hat.

Trotzdem lädt Gomez seinen neuen Gesprächspartner ein, die ungewöhnliche Welt der Addams kennenzulernen. Und wer weiß – vielleicht kann ein gemeinsamer Ausflug durch die Geschichte der Familie ja doch noch für etwas Verständnis sorgen.

🎭 Hinter den Kulissen
Die Szene lebt vom Kontrast der beiden Väter: Hier der lebensfrohe, skurrile Gomez, dort der eher nüchterne und kontrollierende Mal. Gerade diese Gegensätze machen ihre Begegnung so komisch – und legen gleichzeitig den Grundstein für die unterschiedlichen Vorstellungen, die beide Familien über die Zukunft ihrer Kinder haben.
Die Szene endet mit Gomez‘ Versuch, Mal seine ganz eigene Welt zu zeigen.

Szene 8: Geheimnisse

Während die beiden Väter ihre ganz eigene Annäherung versuchen, sitzen Morticia und Alice im Boudoir. Ein Familienfotoalbum führt die beiden Frauen zunächst durch die ungewöhnliche Geschichte der Addams – von zweiköpfigen Verwandten bis zur Hochzeit von Gomez und Morticia.

Doch hinter dem humorvollen Austausch verbirgt sich ein ernstes Thema: Morticia entdeckt, dass Alice und Mal ihre Ehe nicht mit derselben Offenheit führen wie sie und Gomez. Alice hat ihrem Mann einiges verschwiegen und fürchtet, was passieren könnte, wenn ihre Geheimnisse ans Licht kommen.

Morticia ist davon zutiefst irritiert. Für sie ist Ehrlichkeit das Fundament einer funktionierenden Ehe. Geheimnisse haben darin keinen Platz. Was Alice als ganz normalen Bestandteil ihres Ehelebens betrachtet, wird für Morticia zu einer grundsätzlichen Frage: Wie kann eine Beziehung funktionieren, wenn man dem Menschen, den man liebt, nicht alles sagt?

Aus dem Gespräch entwickelt sich ein musikalischer Höhepunkt, in dem Morticia ihre kompromisslose Haltung zur Wahrheit deutlich macht. Gleichzeitig wird eine Verbindung sichtbar, die für den weiteren Verlauf des Abends entscheidend werden soll: Auch in ihrer eigenen Familie gibt es ein Geheimnis.

🎭 Hinter den Kulissen
Diese Szene ist ein schönes Beispiel dafür, dass bei den Addams vieles genau andersherum funktioniert als bei einer vermeintlich „normalen“ Familie. Während Morticia mit völlig selbstverständlich vorgetragener Konsequenz für absolute Ehrlichkeit eintritt, wird Alice immer stärker mit ihren eigenen Geheimnissen konfrontiert.
Und genau hier beginnt sich die Spannung für den weiteren Abend zuzuspitzen: Denn auch Gomez trägt ein Geheimnis mit sich herum – und Morticia ist bekanntlich keine Frau, bei der man mit Geheimnissen besonders weit kommt.

Szene 9: Was wär, wenn …

Gomez nimmt sich Lucas einmal genauer vor – und zwar auf typisch Addams’sche Art. Mit einer Juwelierlupe untersucht er Wednesdays Verlobungsring und beginnt, den zukünftigen Schwiegersohn auf Herz und Nieren zu prüfen.

Lucas erzählt von seinen Jobs neben der Schule und davon, was er später einmal werden möchte. Seine Vorstellungen sind dabei durchaus ungewöhnlich: Vielleicht Schriftsteller, vielleicht Gerichtsmediziner. Gomez ist sichtlich angetan und fragt sich eher amüsiert, wie Wednesday ausgerechnet diesen jungen Mann gefunden hat.

Doch die vertraute Situation wird jäh unterbrochen. Morticias Stimme ist zu hören – und Wednesday steckt den Ring hastig weg. Gomez möchte die Wahrheit am liebsten sofort offenlegen, doch Wednesday erinnert ihn an sein Versprechen: Erst nach dem Dinner.

Als Morticia die drei beim Tuscheln erwischt, beginnt ein kleines Meisterstück improvisierter Ausreden. Wetter, Nachrichten und Wirtschaft sollen erklären, worüber sich die drei gerade so angeregt unterhalten haben. Morticia glaubt ihnen kein Wort. Für sie sieht das eindeutig nach einer Verschwörung aus.

Gomez versucht noch, seine Unschuld zu beteuern. Doch ausgerechnet ein Blitzschlag liefert den denkbar ungünstigsten Beweis für seine Worte. Morticia zieht daraus ihre Konsequenzen: Sie zieht sich zurück und macht ihrem Mann unmissverständlich klar, dass sie erst wieder mit ihm sprechen will, wenn er ihr die Wahrheit sagt.

Gomez bleibt allein zurück. Zum ersten Mal bekommt sein kleines Versprechen an Wednesday ernsthafte Folgen für seine Ehe. In „Was wär, wenn …“ denkt er darüber nach, was passieren könnte, wenn Morticia ihm tatsächlich nicht mehr vertrauen würde.

🎭 Hinter den Kulissen
Die Szene ist ein schönes Beispiel für den besonderen Humor der Addams Family: Gomez versucht, ein Geheimnis zu bewahren, obwohl er darin denkbar schlecht ist. Seine spontanen Erklärungen werden immer unglaubwürdiger – bis der Blitz seine Beteuerung praktisch persönlich kommentiert.
Gleichzeitig bekommt die Szene eine überraschend ernste Seite. Gomez erkennt, dass sein Versprechen an Wednesday tatsächlich einen Preis haben könnte: Morticias Vertrauen. Damit wird aus dem kleinen Geheimnis langsam ein echtes Problem.

Szene 10: Ein kleiner Bruder fühlt sich abgeschoben

Wednesday und Lucas treffen sich heimlich. Lucas möchte den Verlobungsring wenigstens für einen Moment an Wednesdays Finger sehen, doch sie bleibt bei ihrem Plan: erst nach dem Dinner.
Pugsley beobachtet die beiden und merkt, dass sich für seine Schwester inzwischen alles um Lucas dreht. Als Lucas versucht, sich bei ihm einzuschmeicheln, lässt Pugsley ihn ziemlich deutlich spüren, was er davon hält.

Wednesday zieht schließlich mit Lucas davon. Zurück bleibt Pugsley – und aus seinem coolen Auftreten wird schnell die Angst, seine Schwester an einen anderen Menschen zu verlieren. Damit beginnt unmittelbar seine eigene musikalische Auseinandersetzung mit der Situation.

🎭 Hinter den Kulissen
Die Szene funktioniert besonders gut durch den Wechsel der Stimmung: Aus dem verliebten Moment zwischen Wednesday und Lucas wird innerhalb kürzester Zeit eine kleine Tragödie für Pugsley. Gerade weil Pugsley seine Gefühle zunächst hinter seinem coolen Auftreten versteckt, wirkt der Moment, in dem er allein zurückbleibt, umso stärker.

Szene 11: Was wär, wenn …

Pugsley bleibt nach Wednesdays Abgang allein zurück. Was zunächst wie eine große Klappe wirkt, entpuppt sich schnell als echte Angst: Was soll aus ihm werden, wenn seine Schwester nicht mehr da ist, um ihn zu quälen und mit ihm Zeit zu verbringen?

Großmutter findet ihn und versucht, ihn auf ihre ganz eigene Art wieder aufzurichten. Zwischen ihren geheimnisvollen Fläschchen und ziemlich ungewöhnlichen Ratschlägen macht sie Pugsley klar, dass er sich nicht nur mit seiner Schwester beschäftigen, sondern auch an sein eigenes Leben denken muss.

Pugsley hat allerdings einen anderen Plan. Als Großmutter schließlich geht, entdeckt er auf ihrem Wagen ein Mittel, das ihm für sein Problem äußerst nützlich erscheint. Wednesday soll davon einen Schluck bekommen.
Und damit ist der nächste Plan des kleinen Bruders gefasst.

🎭 Hinter den Kulissen
Eine kleine Szene mit großer Wirkung: Pugsleys Kummer macht erstmals deutlich, dass hinter seiner frechen und oft brutalen Fassade ein Junge steckt, der Angst hat, seine Schwester zu verlieren. Gleichzeitig führt die Szene mit dem Acremonium direkt in das kommende Chaos beim Dinner.

Szene 12: Sag die Wahrheit

Das Dinner ist vorbei – und eigentlich könnte der Abend damit langsam zu Ende gehen. Doch Morticia erinnert die Familie an eine alte Addams-Tradition: Das Spiel „Sag die Wahrheit“.

Jeder nimmt einen Schluck aus dem heiligen Familienkelch und muss anschließend ein Geheimnis preisgeben, das er bisher noch niemandem erzählt hat. Morticia macht dabei unmissverständlich klar, dass bei diesem Spiel die Wahrheit keine Ausnahmen kennt.

Gomez versucht zunächst, sich geschickt aus der Affäre zu ziehen. Seine Geschichte von einem Mann, einem Fuchs und einer geheimnisvollen Kiste klingt zwar wunderschön – verrät aber natürlich überhaupt nichts.

Dann kommen Fester, Großmutter und schließlich Wednesday an die Reihe. Fester gesteht seine Liebe zum Mond, Großmutter sorgt mit ihrer Enthüllung für allgemeine Sprachlosigkeit – und Pugsley verfolgt währenddessen seinen eigenen Plan.

Als schließlich Alice den Kelch an sich nimmt, zeigt das Spiel seine unerwartete Wirkung. Das Mittel, das Pugsley heimlich hineingeschüttet hat, verändert Alice völlig. Was sie nun über ihre Ehe mit Mal zu erzählen hat, bringt die gesamte Tafelrunde aus dem Gleichgewicht.

Aus einem scheinbar harmlosen Familienspiel wird eine schonungslose Abrechnung mit verborgenen Gefühlen und alten Enttäuschungen. Mal reicht es schließlich: Für ihn sind die Addams schlicht verrückt.

Doch dann kommt der große Moment: Wednesday sagt endlich selbst die Wahrheit. Sie und Lucas lieben sich und wollen heiraten.

Morticia erfährt damit nicht nur von Wednesdays Verlobung – sondern gleichzeitig, dass Gomez ihr dieses Geheimnis verschwiegen hat. Die Wahrheit ist endlich ausgesprochen, aber die Situation ist nun endgültig eskaliert.

Fester sorgt schließlich dafür, dass die Beinekes nicht einfach davonlaufen können: Die Ahnen beschwören einen gewaltigen Sturm herauf. Türen fliegen auf, der Wind tobt – und plötzlich sieht es so aus, als müssten die Beinekes die Nacht tatsächlich bei den Addams verbringen.

🎭 Hinter den Kulissen
Das ist für mich eine der stärksten Szenen des ersten Aktes. Hier laufen praktisch alle bisher aufgebauten Konflikte zusammen: Pugsleys Eifersucht, Wednesdays Verlobung, Gomez‘ Geheimnis und die Probleme der Beineke-Ehe.

Dramaturgisch funktioniert die Szene deshalb so gut, weil das Publikum zunächst über das Wahrheitsspiel lacht – und dabei immer stärker merkt, dass hinter dem Humor echte Konflikte liegen. Am Ende ist tatsächlich nichts mehr geheim und die beiden Familien stehen vor einem Scherbenhaufen.

Lass es donnern, Fester!

🎬2. AKT

Szene 1: Der Fluchtplan

Nach dem turbulenten Ende des ersten Aktes beginnt der zweite Akt vor dem Addams-Anwesen. Wednesday und Lucas stehen vor einer scheinbar einfachen Entscheidung: Wenn ihre Familien sich nicht miteinander vertragen, könnten sie einfach durchbrennen und heiraten. Dabei werden sie von den Ahnen beobachtet.

Doch so einfach ist es nicht. Lucas bekommt kalte Füße. Er möchte, dass ihre Familien zumindest eine Chance bekommen, miteinander auszukommen, während Wednesday am liebsten jede Vernunft über Bord werfen würde. Für sie gehören gefährliche und spontane Entscheidungen schließlich zum Leben.

Die beiden geraten darüber heftig aneinander. Wednesday versucht Lucas Mut zu machen, doch schließlich verliert sie die Geduld und stürmt davon. Lucas bleibt zurück – fest entschlossen, spontan zu sein … allerdings erst, nachdem er gründlich darüber nachgedacht hat.

Während die Ahnen das Geschehen weiter beobachten, kommentiert Fester das drohende Chaos. Die Liebe der beiden steht auf dem Prüfstand – und die Frage ist plötzlich nicht mehr nur, ob Wednesday und Lucas heiraten wollen, sondern ob ihre beiden völlig unterschiedlichen Familien überhaupt eine gemeinsame Zukunft zulassen.

🎭 Hinter den Kulissen
Diese Szene lebt weniger von einem großen Bühnen-Gag als vom Kontrast zwischen Wednesday und Lucas: Wednesday will spontan und kompromisslos handeln, Lucas möchte erst einmal darüber nachdenken. Genau dieser Gegensatz setzt den Ton für den weiteren Verlauf des zweiten Aktes.

Szene 2: Morticias geplatzte Träume

Im Boudoir der Addams hängt der Haussegen gründlich schief. Morticia ist wütend, verletzt und vor allem enttäuscht: Ausgerechnet ihr eigener Mann hat ihr verschwiegen, dass Wednesday Lucas heiraten will.
Gomez versucht, seine Frau zu beruhigen. Doch Morticia fühlt sich als Mutter übergangen und beginnt, über ihre eigenen Wünsche und die Opfer nachzudenken, die sie für ihre Familie gebracht hat.

Sie wollte reisen, Paris sehen – und natürlich nicht irgendein Paris, sondern am liebsten auch dessen Kanalisation. Nun fürchtet sie, irgendwann allein und vergessen zurückzubleiben. Ihre Gedanken führen sogar zu einem bissigen Seitenhieb auf Gomez‘ Mutter und deren zwölfjährigen Aufenthalt bei der Familie.
Gomez versucht weiterhin, die Situation mit Charme und Zuneigung zu retten. Diesmal ohne Erfolg: Morticia weist ihn zurück und schickt ihn schließlich aus dem Zimmer.

Und während Morticia allein zurückbleibt, verwandelt sich ihre Enttäuschung in einen großen, melancholisch-düsteren Moment.
„Ja, der Tod steht um die Ecke“ bildet den musikalischen Mittelpunkt der Szene.

Morticia beschäftigt sich darin mit dem Erwachsenwerden ihrer Tochter und mit der Erkenntnis, dass sich ihre bisherige Familienwelt verändert. Hinter der gewohnt scharfzüngigen Morticia kommt dabei eine deutlich verletzlichere Seite zum Vorschein.

🎭 Hinter den Kulissen
Diese Szene lebt weniger von einem großen Bühnen-Gag als vom Kontrast zwischen Wednesday und Lucas: Wednesday will spontan und kompromisslos handeln, Lucas möchte erst einmal darüber nachdenken. Genau dieser Gegensatz setzt den Ton für den weiteren Verlauf des zweiten Aktes.

Szene 3: Alice und Mal – Ehekrieg im Gästezimmer

Im Gästeschlafzimmer der Addams ist von romantischer Stimmung keine Spur. Alice fühlt sich nach den Ereignissen des Abends völlig verändert und beginnt, ihre Gedanken ungewohnt offen auszusprechen.

Mal kann damit überhaupt nichts anfangen.
Für ihn steht fest: Sein Sohn Lucas darf nicht in diese völlig verrückte Familie hineinheiraten. Er hat schließlich ganz andere Pläne für seinen Sohn.

Der Streit zwischen den beiden wird immer deutlicher. Alice macht ihrem Mann klar, dass sie nicht länger bereit ist, sich von ihm herumkommandieren zu lassen.
Ihre Konsequenz: Wenn Mal sich wie ein Großkotz aufführen will, kann er auf der Couch schlafen.

Als Mal sich seine Decke nimmt, entdeckt Alice eine riesige Spinne auf seinem Rücken – und genießt den Moment sichtlich, ohne ihn aufzuklären.

🎭 Hinter den Kulissen
Der Spinnenmoment ist einer dieser kleinen Bühnengags, die fotografisch besonders gut funktionieren: Das Foto erzählt den Witz praktisch von selbst.

Szene 4: Fester und der Mond

Der Sturm ist vorbei – und Fester ist wieder auf der Suche nach der Liebe.
Doch diesmal sucht er nicht irgendeine Frau. Fester hat sich ausgerechnet den Mond als Objekt seiner romantischen Sehnsucht ausgesucht.

Im Stil einer kleinen Vaudeville-Nummer erscheint eine Gruppe weiblicher Ahnen als badende Schönheiten mit Sonnenschirmen. Dann zeigt sich der Mond. Fester schwärmt von der perfekten Entfernung: Eine Viertelmillion Meilen Abstand sei schließlich eine hervorragende Grundlage für eine konfliktfreie Romanze.

Die weiblichen Ahnen teilen sich – und enthüllen Fester in einem Badeanzug im Stil der 1920er Jahre, begleitet von seiner Banjolele.
Fester singt den Mond an und träumt von einer Liebe, die niemals wirklich in Reichweite kommt. Der Mond und die Sterne werden zu seinen romantischen Partnern, während die Ahnen ihn musikalisch begleiten.

Am Ende tanzt Fester mit Mond und Sternen und verschwindet schließlich in der Mondscheinnacht.

🎭 Hinter den Kulissen
Für diese Szene wurde bei unserer Inszenierung eine ganz besondere Bühnenlösung entwickelt. Fester zog sich zunächst hinter den Sonnenschirmchen der weiblichen Ahnen um. Anschließend wurde er, nun im Badeanzug, auf einer Hydraulik-Bühne sitzend nach oben gefahren – mit frei spielenden Händen und Beinen.

Die Ahnen teilten sich links und rechts von ihm auf und spielten sich einen Lichtkegel als Mond zu: von links zur Mitte zu Fester, weiter nach rechts und wieder zurück. Fester verfolgte das Ganze mit seinem Gesang und seinen unverwechselbaren, begeisterten Lauten – „uiiih!“ 😄

Zum Schluss fuhr die Bühne wieder nach unten. Die Ahnen deckten Fester erneut mit ihren Schirmchen ab, und er verschwand hinter dem sich rasch öffnenden Spalt eines Zwischenvorhangs – unter dem Beifall des Publikums.

Szene 5: Richtig – falsch

Unter dem Familienbaum sitzt Gomez auf der Gartenbank, als Wednesday wütend mit Koffer und Armbrust vorbeikommt. Lucas hat kalte Füße bekommen und seinen Plan, mit ihr durchzubrennen, aufgegeben.

Wednesday schwankt zwischen Wut und Verzweiflung: Sie behauptet, Lucas zu hassen – und muss im nächsten Moment zugeben, dass sie ihn liebt. Gomez versteht sofort: Beides kann gleichzeitig wahr sein.

In „Richtig – falsch“ wird aus dem Gespräch zwischen Vater und Tochter ein sehr persönlicher Moment. Gomez erkennt, dass seine kleine Wednesday erwachsen geworden ist. Das macht ihn glücklich – und tut gleichzeitig weh. Er erinnert sich an ihre Kindheit und daran, wie schnell die Jahre vergangen sind.

🎭 Hinter den Kulissen
Der Gegensatz zwischen dem typisch verrückten Addams-Humor und dem plötzlich sehr persönlichen Vater-Tochter-Moment macht diese Szene besonders. Gomez bleibt dabei ganz der Addams-Vater – aber hinter dem schwarzen Humor steckt echte Rührung darüber, dass seine kleine Tochter erwachsen geworden ist.

Szene 6: Verrückter als du

Lucas kommt aus dem Schatten. Wednesday fragt, wie lange er dort schon steht. Seine Antwort: „Mein ganzes Leben lang.“

Gomez erkennt sofort, dass die beiden wieder zueinanderfinden könnten. Er überlässt die beiden ihrem Gespräch und gibt Lucas noch einen sehr eindeutigen Rat mit auf den Weg: Er soll es nicht vermasseln.

Lucas erklärt Wednesday, dass er ohne sie nicht leben möchte. Wednesday glaubt ihm zunächst nicht – und verlangt einen Beweis.

Dann erscheint eine Ahnen-Braut mit einem roten Apfel. Wednesday nimmt ihn, gibt ihn Lucas und greift zu ihrer Armbrust.

Lucas soll den Apfel auf seinen Kopf legen und sich an den Baum stellen.

Was als Liebesbeweis beginnt, wird zum wohl verrücktesten Vertrauensspiel des Abends: „Verrückter als du“. Damit wird aus einem Liebesbeweis mit Hilfe der Ahnen eine echte Wilhelm-Tell-Szene.

Nachdem Lucas diese Mutprobe überstanden hat, ist der Bann gebrochen. Die beiden wissen: Sie gehören zusammen – gerade weil sie verrückter als alle anderen sind.

Doch damit ist die Szene noch nicht vorbei. Gomez spricht Lucas Mut zu, bevor Fester auftaucht und sich Mal vorknöpft. Auch Mal beginnt zu erkennen, dass seine bisherige Haltung gegenüber Lucas und Alice falsch war.

Und dann kippt die Szene endgültig in einen ausgelassenen Rock’n’Roll: Aus dem Konflikt der beiden Familien wird ein gemeinsamer Moment. Alice und Mal finden wieder zueinander, Wednesday und Lucas feiern ihre Liebe – und beide Paare sind plötzlich „verrückter als du“.

🎭 Hinter den Kulissen
Für die Wilhelm-Tell-Szene wurde bei unserer Inszenierung ein ganz besonderer Bühnentrick eingesetzt: Der Pfeil wurde nicht einfach abgeschossen, sondern von den Ahnen in einer exakt geraden Linie von einer zur nächsten weitergereicht. Dadurch entstand für das Publikum tatsächlich der Eindruck eines fliegenden Pfeils, der am Ende den Apfel traf.

Und danach geht es vom gefährlichen Liebesbeweis direkt in den Rock’n’Roll. Gerade dieser Wechsel macht die Szene so reizvoll: Aus der grotesken Mutprobe wird eine ausgelassene gemeinsame Feier von zwei Paaren, die gelernt haben, dass ein bisschen Verrücktheit manchmal genau das Richtige ist.

Szene 7: Gutenachtgeschichte

Im Schlafzimmer von Pugsley ist es ungewöhnlich still. Morticia sitzt bei ihrem Sohn, der nicht schlafen kann, weil kein Monster im Kleiderschrank ist.

Pugsley möchte mit seiner Mutter „Sag die Wahrheit“ spielen und fragt sie, was passiert, wenn man jemandem etwas antun will und am Ende aus Versehen jemand anderen trifft. Morticia ahnt natürlich sofort, dass es um Wednesday und Lucas geht.

Als Pugsley erfährt, dass Wednesday vielleicht heiraten wird, versucht Morticia, ihn mit einer typisch Addams’schen Lebensweisheit zu beruhigen. Schließlich schläft ihr kleiner Parasit ein.

Morticia verabschiedet sich leise von ihm – und macht sich daran, das Haus zu verlassen. Da taucht tatsächlich das Monster auf und trägt kurzerhand Pugsley davon.

🎭 Hinter den Kulissen
Der eigentliche Bühnengag dieser Szene steckt im Schluss: Das Monster taucht auf und trägt Pugsley davon. Ein wunderbarer Übergang direkt in die Gruft.

Szene 8: Heute nicht!

In der Gruft ist Gomez bereits voller Tatendrang. Er will Morticia zurückgewinnen: Wenn sie schon immer die Welt sehen wollte, dann wird er sie nach Paris bringen – und natürlich darf dabei auch eine Besichtigung der dortigen Kanalisation nicht fehlen.
Gemeinsam mit Lurch sucht er im Reiseführer nach dem passenden Hotel.

Schließlich findet Gomez telefonisch genau das, was er sucht: das schlechteste Hotel in Paris, ohne Fenster, ohne Handtücher und mit einer Bewertung von minus drei Sternen. Perfekt für Morticia.

Mitten in die Vorbereitungen ereilt ihn durch Fester eine schlechte Nachricht: Morticia steht mit einer Reisetasche am Tor. Sie will gehen.
Gomez erkennt, dass es jetzt um weit mehr geht als um ein Hotel in Paris. Er muss seine Frau zurückgewinnen – und zwar heute, nicht irgendwann.

🎭 Hinter den Kulissen
Der besondere Reiz liegt hier im Zusammenspiel von Gomez‘ ernst gemeinter Verzweiflung und den völlig absurden Details seines Rettungsplans:

Szene 9: Leb jetzt und intensiv

Vor den Toren des Addams-Anwesens sitzt Morticia mit ihrer Reisetasche auf einer Parkbank. Sie ist fest entschlossen zu gehen. Gomez kommt zu ihr und versucht zunächst, mit Charme und Komplimenten durchzudringen.

Doch dann erinnert er Morticia an ihre eigene Vergangenheit: Auch sie hatte einst ein Geheimnis vor ihrer Mutter, als sie Gomez heiraten wollte. Damals wollte sie verhindern, dass ihre Mutter sich einmischt und alles kaputtmacht.

Morticia erkennt plötzlich, was geschehen ist: Sie hat sich selbst in ihrer Mutter wiedererkannt. Und Wednesday ist inzwischen in genau der Situation, in der Morticia damals selbst war.

Gomez nutzt diesen Moment und versucht, seine Frau zurückzugewinnen. Mit viel Charme, Humor und einer gehörigen Portion Gomez bittet er sie um einen Tanz.

🎭 Hinter den Kulissen
Der schöne Bühnenübergang am Ende der Szene ist besonders erwähnenswert: Während „Tango de Amor“ beginnt, bereitet Morticia ihr Kleid für den Tanz vor und ruft die weiblichen Ahnen zu Hilfe. Dann öffnen sich die Tore – und die Handlung geht direkt in Szene 10, den Friedhof und den großen Tango, über.

Szene 10: Tango de Amor

Die Tore öffnen sich – und aus dem Vorplatz wird der Friedhof der Addams. Morticia nähert sich Gomez, der ihr seine Hand entgegenstreckt. Nach allem, was zwischen ihnen geschehen ist, nimmt sie sie schließlich an.

Unter dem großen Mond beginnt ihr Tango de Amor. Die beiden finden wieder zueinander, und aus der Versöhnung wird ein leidenschaftlicher Tanz. Begleitet von den Ahnen-Pärchen entsteht ein großer, sinnlicher Bühnenmoment, in dem Gomez und Morticia ihre Liebe neu entfachen.

🎭 Hinter den Kulissen
Der Übergang ist schon für sich ein kleiner Bühnencoup: Aus dem vorherigen Spielort öffnet sich die Bühne und wir befinden uns plötzlich auf dem Friedhof der Addams. Der große Mond und die Ahnen-Pärchen schaffen anschließend den Rahmen für den Tango.

Szene 10: Tauch hinab ins Dunkel

Nach dem Tanz kommen Alice und Mal sowie Wednesday und Lucas hinzu. Mal bedankt sich bei den Addams dafür, dass sie ihr Leben verändert haben. Wednesday entschuldigt sich bei ihrer Mutter und bittet sie gemeinsam mit Lucas um ihren Segen.
Nachdem Pugsleys kleiner Plan tatsächlich alles wieder ins Lot gebracht hat, erkennt Gomez: Die Familie ist wieder vereint. Wednesday ist glücklich, Lucas gehört nun praktisch zur Familie – und selbst Pugsley bekommt von seiner Schwester die Bestätigung, dass sie ihn natürlich weiterhin quälen wird. Genau so, wie es sich für einen echten Addams gehört.

Und Gomez verkündet anschließend, dass er seine wunderschöne Frau mit nach Paris nehmen wird. Morticia ist begeistert: Die Kanalisation wartet!

Dann beginnt das große Finale „Tauch hinab ins Dunkel“. Lurch tritt aus den Schatten – und spricht dabei zum ersten Mal überhaupt. Die ganze Familie und die Ahnen stimmen in das Finale ein: Das Unbekannte soll nicht gefürchtet, sondern mit offenen Armen empfangen werden.

Doch Fester nimmt die Botschaft besonders wörtlich und erscheint mit Raketenkostüm. Er will das Unbekannte umarmen und kündigt seinen großen Schritt an: „Nur einen kleinen Schritt für mich, aber einen großen für den Mond.“

Dann wird es ernst: Pugsley zündet Festers Rakete mit seiner Zigarre. Fester hebt ab und fliegt dem Mond entgegen. Gomez verabschiedet seinen mondsüchtigen Bruder begeistert in Richtung Himmel.

Gomez stellt fest, was sich durch das gesamte Musical gezogen hat: Die Liebe hat am Ende gesiegt.

Die Familie verabschiedet die Ahnen, die nun zu ihren Gräbern zurückkehren können. Gomez und Morticia bleiben verliebt wie eh und je zurück:
GOMEZ „Bis du unglücklich, mein Liebling?“
MORTICIA „Oh ja, ja. Vollkommen
!“

Das Ende des zweiten Aktes.

🎵 Finale: Tauch hinab ins Dunkel!

❤️ Rückblick

Und was bleibt?

Am Ende sind es nicht nur die großen Bühnenbilder, die von einer solchen Produktion bleiben.

Es sind der Stuhl, der plötzlich eine Spitze ausspuckt. Eine Streckbank, die dem Regisseur nicht standhält. Ein Vorhang, der möglichst schnell gekurbelt werden muss. Zu kleine Lurch-Schuhe. Ein Malcolm, der je nach Vorstellung seine Garderobe wechselt. Ein Affenkostüm, das plötzlich genau das richtige Problem löst.
Es sind die Ahnen, die einen Pfeil von Hand durch die Luft „fliegen“ lassen. Gomez und Morticia, die plötzlich zu Tangomeistern werden. Und natürlich Fester, der nach Wochen Krankheit noch rechtzeitig zurückkommt und schließlich als aufblasbare Rakete zum Mond startet.

Das alles gehört zu unserer Addams Family.

Denn Musical entsteht nicht nur auf der Bühne. Es entsteht in Werkstätten, Proberäumen, Technikräumen, hinter Vorhängen und manchmal auch dort, wo gerade jemand verzweifelt versucht, ein Headset in einem Raketenkostüm zu erreichen.

Und wenn am Ende der Vorhang fällt und das Publikum applaudiert, sieht man davon nichts mehr.

Aber wir wissen, was alles dahintersteckte.

Und genau deshalb bleibt eine solche Produktion weit länger in Erinnerung als bis zum letzten Vorhang. ❤️

🎼 Musik · Regie · Choreografie

Die Idee für die Addams-Family festigte sich nach einem Besuch des Musicals in München.

Bereich👥 Produktionsteam
📖 BuchMarshall Brickman und Rick Elice
🎼 MusikAndrew Lippa
🎭 Regie/ChorGerhard Merget
💃 ChoreografieEva-Maria Scardicchio
🎨 BühnenbildManni & Jessi
🎚️TonBernd Kapp
🔦LichdesignMad Steigerwald
👑Chef im RingJessi

🎥 Video

🎭 Hinter den Kulissen

Hinter dem Wahnsinn

Was auf der Bühne leicht und selbstverständlich aussieht, ist hinter den Kulissen manchmal eine ziemlich abenteuerliche Angelegenheit. Bei unserer Addams Family galt das ganz besonders: Da wurde gebaut, getüftelt, ausprobiert, repariert, improvisiert – und gelegentlich auch festgestellt, dass eine gute Idee in der Praxis vielleicht doch noch ein kleines Problem hatte.

Der Stuhl

Beginnen wir mit einem ganz besonderen Exemplar: dem Stuhl.

Von Thomas Schade umgebaut, viel bewundert und von Gomez nicht immer ganz bestimmungsgemäß benutzt, hatte er es technisch durchaus in sich.


Eine Mechanik sorgte dafür, dass mittig aus der Sitzfläche eine Spitze nach oben schießen konnte.
Ein Stuhl also, der nicht nur zum Sitzen da war – und bei Gomez konnte man ohnehin nie sicher sein, was mit ihm als Nächstes passieren würde.

Der Oberlurch und seine Schuhe

Auch Lurch hatte mit den Tücken der Ausstattung zu kämpfen. Seine Schuhe waren schlicht zu klein.
Der Oberlurch hatte entsprechend etwas zu meckern und wurde von Fußschmerzen geplagt. Leider gab es die Schuhe nicht größer zu kaufen.
Da fühlte man sich fast an Aschenbrödel und die Schuhe der bösen Schwestern erinnert – nur dass hier niemand einen passenden Schuh finden konnte.

Wenn die Streckbank den Meister nicht aushält

Auch die vertikale Streckbank musste ihre Belastungsprobe bestehen. Der Regisseur testete sie höchstpersönlich – und sie brach dabei kurzerhand ab.
Nun muss man fairerweise sagen: Pugsley wiegt weniger als die Hälfte des Meisters und ist gefühlte 155 Zentimeter groß. Der Regisseur dagegen bringt es auf über 180 Zentimeter.
Die Konstruktion hatte also möglicherweise einfach nur eine sehr klare Meinung darüber, wer auf diese Streckbank gehört – und wer nicht.

Angela und der Vorhang – Schwarz auf Schwarz

Der Zwischenvorhang lief zweiteilig von links und rechts zur Bühnenmitte und schloss sich dort leicht überlappend. Dahinter war in bestimmten Momenten kein Licht.
Angela kurbelte deshalb weltmeisterlich schnell, damit der Vorhang rechtzeitig in Bewegung kam.
Onkel Fester musste anschließend vom Bühnenrand auf die Bühne und zur Bühnenmitte gelangen, bevor sich der Vorhang vollständig schloss. Und wenn man zu langsam sprintet und in der Dunkelheit einen inzwischen geschlossenen Vorhangspalt finden muss, ist das nicht immer ganz einfach.
Sozusagen die Flagge der Addams: schwarzer Adler auf schwarzem Grund. 😄

Von der Streckbank zu „Let’s Dance“

Und dann geschah etwas, womit vermutlich niemand gerechnet hatte:
Gomez und Morticia wurden zu Tangomeistern.
Von der Streckbank zu „Let’s Dance“, von der Gruft auf die Bühne des Erfolges – die beiden früheren Tanzlegastheniker liefen plötzlich zu großer Form auf.
Nicht ganz unschuldig daran waren die Ahnenpärchen, die sich als menschliches Schutzschild und zugleich als wertvolle Unterstützung erwiesen.

Du musst nicht mittanzen, Jessi, wir heben dich nur einmal hoch. WASSS 😳

Und wieder ist eine weitere Tanzkarriere verhindert worden: Onkel Fester war bis gerade einmal 14 Tage vor den Vorstellungen vier Wochen lang erkrankt und konnte nicht mitproben.
Also übernahm er kurzerhand den Job als Torwächter der Gruft mit dem großen Schlüssel. Erst nachdem die Ahnen eingezogen und der Tanz vorüber war, stieß er wieder zu seiner Familie.
Er war deswegen natürlich todtraurig.

Hihihi.

Ein Affe für Pugsley

Manchmal entstehen die besten Lösungen, weil sich Mitwirkende einfach selbst Gedanken machen.
Das Affenkostüm mit Horrormaske ist dafür ein schönes Beispiel. So konnte Pugsley schließlich ordnungsgemäß abtransportiert werden.
Eine kleine Idee, die sich wunderbar in die Welt der Addams einfügte.

Danke an alle, die nicht nur ihre Rolle gespielt, sondern auch solche Ideen eingebracht haben.

Der Kelch – 20 Jahre unbeschadet, dann kam Alice

Alice entwickelte nach dem Genuss des Acremoniums in ihrer großen Szene plötzlich ungeahntes Temperament – und vor allem Kraft.
Der Kelch, aus dem sie das Acremonium getrunken hatte, war ein Zinnbecher, der zuvor mehr als 20 Jahre unbeschadet im Wohnzimmerschrank von Mama gestanden hatte.
Dann kam Alice.
Mit entsprechendem Nachdruck wurde der Becher auf den Tisch geknallt. Das Ergebnis: hoffnungslos verbogen.
Nach über 20 Jahren völlig unbeschadet hatte er also ausgerechnet den Addams zum Opfer fallen müssen.
Schade. Für den Becher. 😂
Bei der Addams Family sollte man besser nicht an seinen Requisiten hängen. 😄

Wie bekommt man Fester zum Mond?

Eine der schwierigsten Fragen der gesamten Produktion lautete:
Wie bekommt man Onkel Fester in die Lüfte?
Es wurden verschiedene Möglichkeiten diskutiert. Fluggeschirr zum Beispiel. Fester hatte dazu allerdings eine klare Meinung:

„Da hänge ich ja wie ein dicker Maikäfer und zappel im Spinnennetz.“

Auch die Fahrt auf dem Podest-Lift war ihm nicht ganz geheuer. Da musste er wohl besonders nett zu seiner Frau sein – denn neben ihrer Aufgabe als Souffleuse bediente sie auch noch den Podest-Lift.

Ein aufblasbares Raketenkostüm, betrieben mit einem Kompressor sollte Fester zu seiner geliebten Luna befördern.
Allein sein Erscheinen in diesem Kostüm sorgte bereits für Lacher. Allerdings hatte die Rakete auch ihre Tücken: Ohne fremde Hilfe war es in diesem aufgeblasenen Ungetüm kaum möglich, sich vernünftig zu bewegen – vom Justieren des Headsets ganz zu schweigen.

Laufen ging. „Ja. Wie eine japanische Geisha.“

Aber genau das machte Fester eben zu Fester.

Und so hob er am Ende tatsächlich ab – auf seine ganz eigene Art und Weise – und bekam schließlich seinen wohlverdienten Platz im Mond.

Eine Kulisse mit Geschichte

Ein ganz besonderes Glück war die großartige Kulisse, die uns die Chemnitzer Bühnen überließen. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 100 Vorstellungen bundesweit hinter sich – und sollte nun bei uns ein neues Bühnenleben bekommen.
Für den Transport brauchte es allerdings etwas Überzeugungsarbeit. Zwei Kästen Bier erwiesen sich beim Beladen unserer beiden LKW als wahre Wunderwaffe.
Der Tourneeleiter kommentierte das Ganze beim Abschied mit einem süffisanten:
„Tja – Aufbauhilfe West.“

Wir konnten die komplette Kulisse in unserer Halle allerdings gar nicht aufbauen. Tatsächlich passten dort nur etwa zwei Drittel des Materials hinein.
Und dann kam Corona.
Weitere Aufführungen waren nicht mehr möglich. Später stand uns die Lagerhalle nicht mehr zur Verfügung, und auch seitens der Gemeinde konnte kein geeigneter Platz für die riesigen Kulissenteile gefunden werden.

Damit blieb am Ende leider nur noch eine Möglichkeit:
Die komplette Kulisse musste in einem riesigen Container entsorgt werden.
Nach all den Vorstellungen, nach dem Transport von Chemnitz nach Mainaschaff, nach dem Aufbau und der Arbeit daran war das ein ziemlich trauriges Ende für eine Bühne, die uns so viele Möglichkeiten eröffnet hatte.
Flenn. 😢

📰 Presse

Wird noch hinzugefügt, sobald digitalisiert

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„The Addams Family“ war eine Inszenierung der offiziellen Broadway-Version des Gesangvereins Edelweiß Mainaschaff und bildet bis heute einen der schönsten Meilensteine der Vereinsgeschichte!

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